Neue digitale Impulse für das Land

Die Veranstaltung ‚Vernetzt, digital, mobil – Laendliche Regionen im Wandel‘. Berlin, 20.07.2017. Copyright: Inga Kjer/photothek.net/Bundesministerium fuer Ernaehrung und Landwirtschaft

Endlich verlassen wir die Hardwaredebatten und bewegen uns in Richtung Inhalte!  Auf der Konferenz  „Vernetzt, digital, mobil – Ländliche Regionen im Wandel“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ging es am 20.07.2017 in Berlin weniger um Hardware als mehr um Software, sprich Inhalte für den digitalen ländlichen Raum. Zwar betonten der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt und Roland Schäfer, Präsident des DStGB die Bedeutung der Breitbandversorgung und der digitalen Infrastruktur für die Digitalisierung des ländlichen Raumes, jedoch wird der Ausbau der Infrastruktur auch im Sinne der Daseinsvorsorge mittlerweile als gegeben vorausgesetzt, die Frage ist nur ab wann.

Bis dahin, waren auch meine beiden Podiumsdiskutanten Herr Prof. Dr. Hobohm (FH Potsdam) und Herr Bürgermeister Täger (Stadt Senden) und ich, uns über die nächsten Schritte einig: die Entwicklung von smart services für den ländlichen Raum. Das bedeutet nicht analoge Prozesse zu transformieren sondern auch diese radikal neu zu überdenken und auf den Prüfstand zu stellen. In meinem Abschlussstatement rief ich dazu auf, dass die Digitalisierung die derzeit einzige Möglichkeit ist, die Hemmnisse des ländlichen Raumes zu überwinden. Fördermittel für strukturschwache Regionen sind wichtig, aber mindestens genauso wichtig sind die Inhalte und Dienstleistungen die Menschen auf das Land ziehen bzw. halten. Diese Dinge sind derzeit nur in der Digitalisierung zu finden da nur sie den Unterschied von Stadt und Land mit Inhalten und Services überwinden kann.

Im Anschluss stellte ich im Rahmen eines Workshops drei aktuelle Wennigser Beispiele der digitalen Transformation vor. Sie haben sich aus dem Prozess rund um das Netzwerk der Digitalen Region des #collaboratory ergeben und werden derzeit von uns in der Gemeinde Wennigsen umgesetzt:

  • Das Projekt Chatbot für das neue  Kommunalportal wird derzeit mit dem Niedersächsischen Innenministerium und der Firma Teleport entwickelt. Die Betaphase ist weit fortgeschritten, ein erster Prototyp  kann bald vorgezeigt werden
  • Das LoRaWAN das wir in Zusammenarbeit mit den Firmen Eon / Avacon und Digimondo mit sechs Antennen auf kommunalen Liegenschaften umgesetzt haben. Smart-Metering-Zähler und andere Sensoren oder Aktoren können über den freien Frequenzbereich Daten im gesamten Gemeindegebiet versenden, sogar durch dicke Kellerwände oder Straßendecken, da es sehr niederfrequent ist
  • Für den Einsatz von regionalen Co-working-spaces im Calenberger Land haben wir im Rahmen des vom Bund geförderten RegioLABs einen eigenen Ansatz entwickelt. Mittlerweile sind die Analysen  und Konzepte abgeschlossen und wir stehen eng in Verhandlungen mit Betreibern und Immobilieneigentümern. Auch sind große Förderanträge beim Bund und EU/ Land gestellt, um den Betrieb als auch die Investitionen zu fördern. Zum Hintergrund hier mehr.
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